Fatih
Çevikkollu
25. April 2008
| Text und Fotos stellte uns freundlicherweise Maria Buß zur Verfügung. Vielen Dank! | ||
| Man
hört immer wieder... Diesen Satzanfang mag Fatih Cevikkollu gar
nicht. Genauso wenig wie den „Gesprächsleitfaden zum Schutz
des deutschen Volkes“, dessen 30 Fragen ausschließlich
Moslems zu beantworten haben, wie der Kabarettist dem staunenden Publikum
am Freitagabend in der Möbelbörse wissen lässt. Der Schauspieler über den zweiten Bildungsweg, der vorher kein Döner-Verkäufer war, wie der Zurufer aus dem Publikum vermutete - „Klares Weltbild, warum eigentlich nicht? - ist gegen den „Generalverdacht“. „Nicht alle Moslems sind Terroristen sind, nicht alle Deutschen Nazis.“, ist er sich mit mindestens drei der 200 Gäste einig, die sich melden, dass sie stolz sind, Deutsch zu sein. Der „Murat“ aus „Alles Atze“ schafft mit seinem Soloprogramm „Fatihland“ einen urkomischen Spagat zwischen seinen beiden Kulturen, der deutschen und türkischen. Eine gehörige Portion Selbstironie - er könnte Ali, aber auch Hans heißen - fehlt bei den Lachern gemeinsam mit dem Publikum und seinem äußerst spontanen Witz nicht. Den roten Faden, oder besser sein persönlicher Auftrag, geht dabei nie verloren: Die Beleuchtung von Integrationsproblemen innerhalb der Generationen. „Weniger Angst, mehr Liebe. Ganz einfach, das ist die Lösung.“, will der in erster Linie Rapper - Kostprobe inklusive - aufrütteln. Der Spaß kommt nicht zu kurz: Seinem mediterranen Touch, vor allem bei den Frauen noch weit überlegen sei Freund und Herzensbrecher Joao. Ewig grinsend, mit brasilianischem Akzent und herrlicher Mimik zitiert er „Herbsttag“ von Rainer Maria Rilke - und bringt das Publikum zum Brüllen. Fatih, für den das wichtigste Wort mit „F“ Frieden ist, wird beim Anblick des „halben Meter Mettbaguettes mit Zwiebelplantage im Hals“ seines Schauspielkollegen Horst schlecht; außerdem hat er keine Ahnung, wohin das Kabel in seinem Jackett wirklich führt... Mit einem neuen Blickwinkel, einem Lächeln auf den Lippen und ein bisschen Freude in den Herzen, so wie es Fatih Cevikkollu sich zu Beginn gewünscht hatte, gingen die Besucher in die Nacht. |
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